Und noch’n ScrumBut (Nr. 1)

Während agiler Changes kommt es immer mal wieder zu skurrilen Begebenheiten. Da wird optimiert und an den agilen Vorgehensweisen herumgeschnippelt, dass einem manchmal schwindlich werden könnte. Alles in guter Absicht, da man ja die Dinge an die eigene Organisation anpassen muß, damit sie überhaupt einsetzbar sind. Leider wird dabei immer vergessen, daß z.B. der Scrum Guide bereits so abgestrippt ist, daß das Weglassen von genannten Inhalten zu einem schlechteren Ergebnis führt. Aber wie sagte Jeff Sutherland sinngemäß: „Jeder muss für sich selbst entscheiden, wie schnell er nach vorne gehen möchte.“ – Also wieviel Performance-Gewinn er letztendlich erreichen möchte durch das agile Vorgehen.

Ken Schwaber hat diesem Scrum-Optimierungsphänomen einen Begriff verpaßt: „ScrumBut„. Gemäß des Mottos „Wir machen Scrum, aber (dies nicht so, weil …), deshalb (lieber das)“.

Da im Netz Grafiken mit schlauen Sprüchen zu allem Möglichen kursieren, habe ich mir gedacht, das könnte man inhaltlich auch mit ScrumButs machen. Somit startet heute eine Serie, die das Phänomen der Optimierung von agilen Prinzipien mal etwas auf’s Korn nimmt. Allerdings sind die Sprüche so formuliert, daß nicht auf den ersten Blick offensichtlich wird, warum hier agile Prizipien unterlaufen werden ;-).

Hier nun der erste:

Auf den ersten Blick einleuchtend. Die fehlende Optimierung ist die neue Gestaltung der Büros für kollaboratives Arbeiten. Physische Task Boards erlauben einen wesentlich schnelleren Überblick über das Geschehen im laufenden Sprint. Selbst wenn ich die Zettel nicht im Detail lese, so verrät die Anordnung der Zettel eine Menge über den Abarbeitungsstand im Projekt. Über das neben einem Task Board angebrachte Burn Down Chart kann ich zudem mit einem kurzen Blick erkennen, wie es um das Risiko im Projekt bestellt ist.

Der Nachsatz „von überall genutzt“ verrät zudem, daß nicht grundsätzlich alle beieinander sitzen, um miteinander zu arbeiten. Das mag bei Distributed Scrum vielleicht noch einleuchten, obwohl es auch hier besser ist standortbezogene physische Task Boards einzusetzen. Aber Teams, die sich über Stockwerke verteilen innerhalb eines Gebäudes, widersprechen der agilen Arbeitsweise gewaltig.