Ich denke, also wer bin ich?

Cogito ergo sum„, oder übersetzt: „Ich denke, also bin ich“, gibt uns, seit René Descartes dies verfaßt hat, die Gewissheit, dass, wenn wir Denken, auch „sind“. Aber „Wer genau?“ wäre dann wohl die nächste logische Frage. Wie gut, dass die Psychologie sich dank Freud genauer mit diesem Thema beschäftigt.

Warum nun gerade dieses Thema im Kontext von Change Management und Agilität? Da wir den lieben langen Tag mit Menschen kommunizieren, hilft es ungemein, sich selbst einschätzen zu können, um dann die Reaktionen der anderen auf die eigene Interaktion besser verstehen zu können. Wir werden uns in diesem Artikel allerdings nicht mit dem Character bzw. der Sozialisation der „anderen“ Personen beschäftigen, die ebenfalls Einfluß nehmen. Heute geht es nur um die eigene Person.

Die vielleicht naheliegende Selbstbeobachtung unseres Verhaltens ist in diesem Zusammenhang keine leichte Aufgabe, da man auch immer Betroffener ist. Die unbewussten Prozesse in der Kommunikation werden wir selbst nur schwer mitbekommen. Hier hilft es, andere beobachten zu lassen und Feedback einzuholen. Ich gehe hierbei davon aus, dass im (Arbeits-)Umfeld vertrauenswürdige Personen gerne dazu bereit sind. Allerdings sollten diese Personen auch einen beträchtlichen Zeitraum mit einem zusammen verbringen.

In diesem Zusammenhang muß aber immer berücksichtigt werden, dass auch diese Personen durch ihre eigenen Wertvorstellungen eine Färbung mit einbringen, also nie neutral beobachten können. Diese Färbung kann sogar unserer eigenen Wertvorstellung entsprechen, da wir dazu neigen solchen Beziehungen Vorrang zu geben. Falls möglich, wäre es hilfreich auch vertrauensvolle Beziehungen zu Leuten mit abweichenden Wertvorstellungen aufzubauen und diese dann beobachten zu lassen.

Ein anderer Aspekt hierbei ist, zu verstehen welche Persönlichkeit man in sich trägt. Hierfür hat die Psychologie Tests entwickelt, die wir dank Internet auch ohne fremde Hilfe nutzen können, um uns selbst besser zu verstehen.

Big Five

Der wohl aussagekräftigste Ansatz scheint der Big Five Test zu sein. Interessant hierbei ist, dass zwei unabhängige Forschergruppen in den USA diesen als ihr Forschungsergebnis präsentierten. Durch statistische Auswertungen kam man auf folgende funf Themenbereiche, die die Persönlichkeit ausreichend beschreiben können:

  • Offenheit für Erfahrungen – Interesse neue Erfahrungen machen zu wollen
  • Gewissenhaftigkeit – Grad der Selbstkontrolle und Genauigkeit
  • Extraversion – Interaktion mit der Umwelt
  • Verträglichkeit – Interpersonelles Verhalten
  • Neurotizismus – Erleben negativer Emotionen

Zum Big Five Test | Zum Star Wars Twin Test (Englisch)

MBTI

Bei Gunter Dueck erwähnt, definiert der Myers-Briggs-Typindikator Persönlichkeitstypen als Weiterentwicklung der Typologie von C.G. Jung. Die Zuverlässigkeit und Validität scheint beschränkt, da es Situationen geben kann, in denen Wiederholungen der Tests Typenabweichungen erzeugen, die nicht auftreten dürfen, da der Typ lebenslang stabil sein müsste.

Der MBTI arbeitet mit folgenden Indikatoren:

  • Motivation, Antrieb (Extraversion, Introversion)
  • Aufmerksamkeit (Intuition, Sensorik)
  • Entscheidung (Denken, Fühlen)
  • Lebensstil (Wahrnehmung, Beurteilung/Entscheidung)

Zum MBTI Test | Zum TypenTest

Enneagramm

Ebenfalls bei Gunter Dueck erwähnt, ist der Enneagramm-Test. Dessen Ursprung ist nicht eindeutig klärbar und der Test muss eher der Esoterik zugeordnet werden. Selbst erfahrene Lehrer können sich bei der Interpretation irren ;-).

Die Klassifikation unterscheidet folgende Typen:

  • Perfektionist
  • Helfer
  • Macher
  • Romantiker
  • Beobachter
  • Wächter
  • Hedonist
  • Boss
  • Vermittler

Zum Enneagramm Test

Extras

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